Apportieren – Schritt für Schritt richtig beibringen

Hundeerziehung

Ziel dieses Artikels ist es, Ihnen liebe Leser(Innen) das Apportieren näher zu bringen. Wie können Sie Ihrem Hund das Apportieren beibringen? Ist er überhaupt dazu geeignet, auch diese Frage werden Sie sich stellen.

Apportieren (lat./franz. apportare „herbeibringen“), bezeichnete ursprünglich bei der Jagd das Herbeibringen des vom Jäger geschossenen Nieder- oder Feder-Wildes durch dessen Jagdhund. Derartig ausgebildete Hunde nennt man Apporteure. Der Einsatz des Hundes wird dabei üblicherweise durch das Kommando „apport!“ initiiert. In der heutigen Hundehaltung bezeichnet Apportieren meist das Herbeibringen eines vom Hundeführer geworfenen Gegenstandes durch den Hund. Beliebt für dieses Spiel sind Bälle, Stöcke, Frisbees, Kongs oder als Dummy bezeichnete kleine Jutesäckchen.

Die beste Voraussetzung zum Apportieren lernen ist gegeben, wenn der zu apportierende Gegenstand bereits ein Lieblingsspielzeug des Hundes ist. Das Kommando "Komm!" muss er bereits verstehen. Auch "Stopp!", "Sitz!" oder "Platz!" und "Aus!" müssen bereits erlernt worden sein. Kann Ihr Hund diese Kommandos nicht, ist es möglich, dass Ihr Hund mit seiner Beute im Fang ein Jagdspiel mit Ihnen beginnt. Es gibt viele Hunde, die mit einer wahren Begeisterung einem geworfenen Stöckchen oder Ball hinterherlaufen. Leider vergessen sie auch das geworfene Spielzeug wieder zurück zu bringen. Im Folgenden werden Sie ein paar Tipps bekommen, wie Sie Ihrem Vierbeiner das Apportieren beibringen können. Damit Ihr Hund wirklich Spaß an der Sache bekommt, muss man ihm die „Beute“ erst mal schmackhaft machen. In diesem Fall sind Sie gefragt. Geben Sie dem Wurfgegenstand, den Sie verwenden möchten „Leben“. Reagieren Sie mit Ihrem Körper und Ihrer Stimme auf jede Bewegung Ihres Hundes. Zum Beispiel könnte das Objekt vor dem Hund „fliehen“ oder versuchen, auch dann noch zu „entkommen“, wenn der Hund zugepackt hat. Ihr Ziel ist, dass der Hund ganz verrückt nach seiner „Beute“ wird. Die Qualität des Spiels ist ausschlaggebend, nicht die Quantität. Wenn der junge Hund darin regelrecht aufgeht und letztlich mit stolzem Gang und strahlenden Augen seine Beute wegträgt, waren Sie vermutlich erfolgreich. Wenn Sie Ihren Hund später das „Aus“ oder „Hand“ z. B. durch einen Tausch (der Hund gibt Beute ab und erhält dafür ein Lob oder eine Streicheleinheit) stressfrei lehren, werden sich Ihre Bemühungen auszahlen. Erste Bring-Übungen können Sie schon mit einem eingewöhnten Welpen machen. Der dazu verwendete Gegenstand sollte nicht zu hart sein, und der Hund sollte gerne damit spielen. Am besten binden Sie den Gegenstand an eine ca. 50 cm bis 1m lange Schnur. So erhält man mehr Spielraum. Gut geeignet ist ein Ball oder Kong. (mittlerweile gibt es auch Dummys für Welpen, die ich einem Ball vorziehen würde) Der Gegenstand sollte schon im freien Spiel zum Einsatz gekommen sein, dem Hund also bekannt sein. Versuchen könnten Sie nun folgendes: Der junge Hund trägt die Beute und Sie laufen ihm nach und tun so, als ob Sie ihm die Beute streitig machen möchten. Dies tun Sie vor allem, wenn der Hund den Gegenstand fallen lässt. Nimmt er ihn darauf wieder auf, ist dies bereits ein Erfolg. Anderenfalls kommt die Schnur zum Einsatz: Sie ziehen das Objekt vom Hund weg und geben dabei ein paar Geräusche von sich. Nun beginnt sich der Hund wieder für den Gegenstand zu interessieren – auf einmal verschwindet der Gegenstand ganz unerwartet hinter Ihren Rücken. Plötzlich ist er wieder da! Lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf, denn damit können Sie die Neugierde und Spiellust ihres Hundes fördern. Haben Sie es geschafft, dass der Gegenstand unwiderstehlich für Ihren Hausgenossen geworden ist, dann können Sie zum Apportieren übergehen. Ihr Hund nimmt den Gegenstand sicher auf und wartet geradezu auf einen Beutestreit mit Ihnen. Dieses Spiel ist wichtig bei der Vorbereitung zum Apportieren. Vermitteln Sie Ihrem Hund, dass Sie ihm die Beute nicht ernsthaft wegnehmen wollen. Denken Sie daran, wenn die Beute zu schnell weggenommen wird, verliert Ihr Kleiner evtl. schnell die Lust an dem Spiel. Stellen Sie nun auf ein Laufspiel um. Immer wenn der Hund die Beute trägt, loben Sie ihn. Greifen Sie beim Laufen immer wieder an die Beute oder die Schnur, ohne sie dem Hund abzunehmen. Dies ist eine gute Vorbereitung für das spätere stressfreie Erlernen des „Aus“ – oder „Hand“ – Kommandos. Laufen Sie mit dem Hund zusammen und locken Sie ihn dabei in eine andere Richtung. Führen Sie das Spiel auch über kleine Hindernisse. Laufen Sie dem Hund aber nicht hinterher, sonst würde er mit seiner Beute fliehen. Fordern Sie ihn zwischendurch immer wieder zu einem Beutestreit heraus. Werden Sie auch einmal etwas langsamer oder bleiben Sie kurz stehen (Der Hund sollte das Objekt derweil ruhig im Fang tragen). Anschließend laufen Sie wieder eine Runde. Bitte achten Sie darauf ob Ihr Hund Zeichen von Ermüdung zeigt, dann sollte das Spiel beendet werden, indem Sie den Hund mit seiner Beute vom Übungsplatz führen. Wenn Ihr Hund den in Ihrer Nähe liegenden Gegenstand sicher aufnimmt und mit ihm zu Ihnen zurückkommt, dann wird die Übung weiter aufgebaut. Jetzt liegt es nur noch an Ihnen, den Hund aus allen möglichen Positionen apportieren zu lassen.

Nun kurz noch etwas in eigener Sache. Ich suche für das Training eine Halle oder Scheune (ca. 200 – 400 m²) mit Wiese oder zumindest etwas Grün, so dass ich Sommer- und Wintertraining miteinander vereinbaren kann. Wer hierzu eine Idee hat oder zum Artikel oder anderen Themen Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden.

Ralf Lügger, Tel.: 02852/508582 oder 0160/5710898